8 Soziodemographische Aspekte

In vielen Gesellschaften existieren zwischen den Geschlechtern erhebliche Unterschiede in Bildungschancen und Bildungsabschlüssen. Die Ergebnisse der bekannten PISA-Studie zeigen teilweise erhebliche Leistungsunterschiede zwischen Jungen und Mädchen. Daher unterscheiden praktisch alle oben genannten Studien die Ertragsraten der Bildung zwischen den Arbeitsmarkterträgen von Frauen und Männern. Ebenso analysieren alle Studien über die Bestimmungsfaktoren des Bildungserfolgs die Leistungsunterschiede zwischen Jungen und Mädchen. Beispiele für gezielte Geschlechterstudien sind die Untersuchungen von Dolton und Makepeace (1987; 1993) über die Auswirkungen von Familienstand und Kindern auf die Einkommensunterschiede von Hochschulabsolventen und über die Auswirkungen von beruflichen Entscheidungen von Frauen (d.h. über Teilnahme am Erwerbsleben und Berufswahl) auf das Angebot an Lehrern; die Studie von Filer (1993), welche die Bedeutung der korrekten Berücksichtigung der Berufserfahrung bei der Berechnung von Ertragsraten der Bildung für Frauen zeigt; sowie die Studie von Machin und Puhani (2003) über die Auswirkung des Fachgebiets auf geschlechtsspezifische Lohnunterschiede in Großbritannien und in Deutschland.

In neueren Studien analysieren Machin und McNally (2005) für England die Gründe für die geschlechtsspezifische Lücke beim akademischen Erfolg. Münich, Svejnar und Terrell (2005b) analysieren Humankapitalerträge von Frauen während des Kommunismus und der Übergangsphase. Trends von geschlechterspezifischen Gehaltsunterschieden in den USA und in Dänemark werden von Datta Gupta, Oaxaca und Smith (2006) untersucht. Im historischen Kontext (mithilfe von Daten des Preußischen Königreiches) zeigen Becker and Wößmann (2008), dass ein größerer Anteil von Protestanten in einem Land bzw. in einer Stadt die geschlechtsspezifische Lücke bei der Grundschulbildung und bei der Lesefähigkeit verringert.

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Referenzen

8a Geschlecht
8b Alter
8c Minderheiten und Migration
8d Menschen mit Behinderungen