6 Weiterbildung, informelles Lernen und lebenslanges Lernen

Weiterbildung und lebenslanges Lernen bilden entscheidende Bestandteile einer wirkungsvollen Humankapitalpolitik. Die Bildungsökonomik unterscheidet im Allgemeinen zwischen betriebsspezifischer und allgemein bildender Ausbildung und fragt nach den verschiedenen Anreizen für Investitionen in diese beiden Formen der Bildung – sowohl aus der Sicht des Arbeitnehmers als auch aus der Sicht des Arbeitgebers. Leuven und Oosterbeek (2001; 2004) haben in diesem Bereich einen wichtigen Beitrag geleistet, indem sie firmen-spezifisches Humankapital als eine gemeinsame Investition von Arbeitgeber und Arbeitnehmer analysierten und den Effekt einer Steuerabsetzbarkeit der Weiterbildung schätzten. Brunello und Medio (2001) bieten eine Erklärung für die internationalen Unterschiede der Weiterbildung am Arbeitsplatz. Ein bedeutender Fortschritt auf dem Gebiet der allgemeinen empirischen Ökonomik stellen die Untersuchungen von Abowd, Kramarz und Margolis (1999) und Abowd und Kramarz (1999) dar. Sie nutzen zusammengeführte Längsschnittdaten von Arbeitnehmern und Arbeitgebern, um bestimmte Gehaltsmuster innerhalb von Firmen zu analysieren. Dabei zeigt sich, dass persönliche Eigenschaften, die nicht mit der formalen Bildung in Zusammenhang stehen, Lohnschwankungen in Frankreich wesentlich beeinflussen.

Jenkins, Vignoles, Wolf und Galindo-Rueda (2002) analysieren die Bestimmungsfaktoren und die Effekte lebenslangen Lernens. Leuven und Tuijnman (1996) behandeln die Finanzierung des lebenslangen Lernens und Oosterbeek (1998) zeigt zusätzlich innovative Wege zur Finanzierung lebenslangen Lernens auf. Patrinos (2003) legt einen Bricht über die Herausforderungen des lebenslangen Lernens in Entwicklungsländern im Rahmen einer globalen Wissensgesellschaft vor.

Innerhalb der letzten Jahre hat die Forschung zu diesem Thema signifikant zugenommen. Oosterbeek, Sloof und Sonnemans (2007) untersuchen, ob der Arbeitgeber oder der Arbeitnehmer in Weiterbildung investieren sollte und Oosterbeek und Patrinos (2009) diskutieren unterschiedliche Konzepte zur Finanzierung lebenslangen Lernens. Brunello et al. (2007) geben einen Überblick zur Bildung & Weiterbildung in Europa, mit einem Schwerpunkt auf berufliche Weiterbildung. Brunello und Gambarotto (2007) und Brunello und de Paola (2008) analysieren regionale Bestimmungsfaktoren der Bereitstellung von Weiterbildung. Mühlemann, Schweri, Wolter (2006) und Mühlemann, Schweri, Winkelmann, Wolter (2007) untersuchen die Entscheidung von Firmen Lehrlinge auszubilden. Messer und Wolter (2009) analysieren die Auswirkungen eines randomisierten Feldexperiments zur Bereitstellung von Bildungsgutscheinen für die Weiterbildung von Erwachsenen.

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Referenzen

6a Weiterbildung (betriebsspezifisch und allgemein bildend)
6b Informelles Lernen
6c Erwachsenenbildung und lebenslanges Lernen

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