5 Bildungsstufen

Während die vorangehenden Analysen sich hauptsächlich mit der Bildung im Allgemeinen und im Speziellen mit der Bildung im Pflichtschulbereich beschäftigen, haben spezifische Bildungsstufen außerhalb des Pflichtschulbereichs ebenfalls viel Beachtung gefunden. In diesem Bereich sind Effekte der beruflichen Bildung und der tertiären Bildung die am meisten untersuchten Themen. Psacharopoulos hat zum Thema der beruflichen Bildung viele Studien erstellt und außerdem eine Sonderausgabe zu diesem Thema herausgegeben (Psacharopoulos 1988). Dearden, McIntosh, Myck und Vignoles (2000) schätzen die Erträge aus der beruflichen Bildung für Großbritannien. Im Hinblick auf die tertiäre Bildung im universitären Bereich erforschen Hartog und Oosterbeek (1998) die Gründe, warum eine höhere Bildung erstrebenswert ist. Becker (2001) untersucht, warum viele Italiener ihr Studium abbrechen, während Dolton, Greenaway und Vignoles (1997) die ökonomische Perspektive der höheren Bildung in Großbritannien aufzeigen. Wolter und Weber (1998) befassen sich mit der Finanzierung von Universitäten. Leuven, Oosterbeek und van der Klaauw (2003) führen ein Zufallsexperiment über die Effekte einer finanziellen Honorierung auf die Leistungen von Studenten der Wirtschaftswissenschaften an der Universität Amsterdam durch.

In neueren Studien untersuchen beispielsweise Oosterbeek und Webbink (2007) Effekte eines zusätzlichen Jahres beruflicher Bildung. Brunello und Cappellari (2008) analysieren Effekte tertiärer Bildung. Sie untersuchen, ob die Wahl der Hochschule einen Einfluss auf den späteren Erfolg am Arbeitsmarkt hat. Brunello, de Paola und Scoppa (2009) analysieren Peer-Effekte im tertiären Bildungsbereich. Boarini und Strauß liefern Schätzungen zur privaten internen Ertragsrate tertiärer Bildung in 21 OECD-Ländern. Ferreira und Farkas (2009) untersuchen die Auswirkungen der Einführung eines Studienkreditsystems in Ungarns tertiärem Bildungssystem.

Tertiäre Bildung ist auch eines der Hauptforschungsfelder unseres Netzwerkmitglieds Reinhilde Veugelers aus Belgien. Sie analysierte bereits ein breites Spektrum an Fragen mit Fokus auf die Analyse der tertiären Bildungssysteme in Europa, unter Berücksichtigung des Bologna-Prozesses und der Lissabon-Konvention (siehe z.B. van der Ploeg und Veugelers 2008a und 2008b).

Viel weniger ist jedoch über die ökonomischen Aspekte der vorschulischen Bildung in Europa bekannt, obwohl die Bildung in der frühen Kindheit sowie die qualifizierte Kinderbetreuung für den späteren Bildungsabschluss von größter Bedeutung sind. In den USA hingegen hat dieses Thema bereits viel Aufmerksamkeit erfahren (siehe z.B. Psacharopoulos 1982). Zwischenzeitlich bestätigen auch Europäische Studien die große Bedeutung frühkindlicher Bildung. Schütz et al. (2008) zeigen, dass umfangreiche frühkindliche Bildung tendenziell dazu führt, dass die Chancengleichheit in Bildungsystemen erhöht wird. Leuven, Lindahl, Oosterbeek und Webbink (2009) zeigen anhand niederländischer Daten, dass ein früher Schulbesuch, im Alter von 4 Jahren, positive Effekte auf die frühe kognitive Entwicklung benachteiligter Kinder hat. Datta, Gupta, Smith und Verner (2008) analysieren die Auswirkungen der Familienpolitik nordischer Länder auf öffentlich bereitgestellte Kinderbetreuungseinrichtungen, die ein Bestandteil eines funktionierenden vorschulischen Systems bilden.

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Referenzen

5a Vorschulbildung, Kindergarten
5b Grundschule
5c Sekundarbildung
5d Berufliche Ausbildung
5e Tertiäre Bildung (Universität)